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Disavow Tool

Disavow ToolGoogles Disavow Tool ist ein gleichermaßen nützliches wie auch gefährliches Werkzeug – jedenfalls in unerfahrenen Händen. Der Suchmaschinenriese erlaubt es Webmastern eine (von den Webmastern persönlich erstelle) Liste an minderwertigen Links bzw. Domains zu entwerten (zu „disavowen“) – es bietet also Schutz vor eingehenden Links, die potenziell das Ranking des eigenen Portals schädigen könnten. Wie das Tool funktioniert, wann es Sinn macht und worauf du unbedingt achten solltest erfährst du in diesem Beitrag!

Google Disavow Tool: Wie funktioniert es?

Jeder Webmaster sollte regelmäßig einen Blick in das eigene Backlinkprofil wagen – gerade bei größeren Portalen macht dies durchaus Sinn, da mit der Bekanntheit und Relevanz einer Domain auch die Gefahr wächst, dass zahlreiche Links (automatisch oder manuell) gesetzt werden, die der eigenen Domain schaden könnten.

Einfaches Beispiel: Wenn ich einen Kochblog habe, auf den bislang 30 andere Kochblogs oder entsprechende Ernährungs-Portale verlinken, dann ist nicht zuletzt durch die Themenrelevanz der verlinkenden Domains garantiert, dass Google auch die grundsätzliche Thematik meiner Seite identifizieren kann und die Qualität der Backlinks als gut eingestuft wird (zumindest eben was die Thematik angeht – ungeachtet der KPIs und dem möglichen Linkverkauf). Ein Link ist immer eine Empfehlung – für die User und für Google. Wenn ein renommiertes Portal auf mich verlinkt, dann attestiert Google eine gewisse thematische Relevanz und vererbt diese entsprechend an mein Portal. Wenn nun aber beispielsweise auf zahlreichen Webseiten, die thematisch rein gar nichts mit meiner Seite zu tun haben (und bei denen die KPIs und das eigene Backlinkprofil absoluter Müll sind), Spamkommentare veröffentlicht werden, die mit einem harten Ankertext auf mein Portal zeigen, dann sind diese minderwertigen Links eher schädlich als positiv. Während früher die Quantität an Links noch das A und O im SEO  war, legt Google nach zahlreichen Algorithmusanpassungen (mehr dazu in meinen kleinen Beitrag über die wichtigsten SEO-Grundlagen) nun explizit wert auf die Qualität der eigenen Backlinks.

Wichtig: Bei den minderwertigen Links muss es sich keineswegs nur um automatisch generierte Spamlinks handeln – auch Bookmarkdienste, Linkverzeichnisse, Presseportale und freiwillig gesetzte Foren- und Beitragskommentare können heutzutage einen negativen Impact auf mein Ranking haben.

Es kann mehrere Gründe geben, warum ich nicht möchte, dass eine bestimmte Domain auf meine eigene Domain verlinkt – beispielsweise…

  • … weil das Portal komplett themenfremd zu meiner Website ist,
  • … weil die Verlinkung durch einen extrem hartes SEO-Keyword („Schuhe günstig kaufen“, Herrenmode online bestellen“ etc.) erfolgte,
  • … weil die Verlinkung im Rahmen einer Spamattacke (beispielsweise als willkürlich gesetzter Foren- oder Kommentarpost) erfolgte,
  • … weil ich eine Expired Domain gekauft habe, bei der mir beispielsweise der Domainname gefallen hat – wo die bisher gesetzten Links zu dem „Vorgängerportal“ aber komplett unpassend zu meinem aktuellen Portal sind oder…
  • … weil ich den Link im Rahmen meiner damaligen SEO-Bemühungen freiwillig in einem extrem unschöen Bookmarkdienst, Linkverzeichnis oder Presseportal platziert habe.

Als Webmaster hat man jetzt zwei Möglichkeiten, wie man gegen die bestehende Verlinkung vorgehen und diese „entfernen“ kann: Entweder kontaktiert man den Webmaster der verlinkenden Domain (was sich gerade bei ausländischen Portalen als durchaus schwierig erweisen dürfte) und bittet um eine Entfernung der Verlinkung – oder man nutzt Googles Disavow Tool.

Achtung: Durch das Google Disavow Tool werden keine Links im Internet entfernt – für die User und Tools wie Majestic und ahrefs bleiben sie weiterhin bestehend. Beim Disavow geht es „lediglich“ darum, dass der Link für Google entwertet wird und somit keine (positiven oder negativen) Signale mehr übertragen werden – das Ranking bleibt durch Domains, die im Disavow aufgelistet wurden, unberührt.

Wie wird das Disavow-File angelegt und hochgeladen?

Das Disavow-File ist eine simple .txt-Datei, bei dem der Dateiname frei gewählt werden kann – zu empfehlen wäre dennoch ein einfaches disavow.txt oder [domain]-disavow.txt. Die einzelnen Zeilen des Files setzen sich (im Falle eines kompletten Domain-Disavows) aus dem Wert „domain:“ und der jeweiligen Domain zusammen.

Beispiel: Wenn jetzt die Domains Beispiel1, Beispiel 2 und Beispiel 3 bei Google entwertet werden sollen, würde der Inhalt des Disavow-Files folgendermaßen aussehen:

domain:beispiel1.tld
domain:beispiel2.tld
domain:beispiel3.tld

Zusätzlich können noch Zeilen ergänzt werden, die mit einem # beginnen – in dieser Zeile können Kommentare hinterlegt werden. Diese Kommentare haben keinen Einfluss auf den letztendlichen Disavow – können aber von anderen Leuten (in erster Linie natürlich den Mitarbeitern von Google) gelesen werden.

Beispiel:

domain:beispiel1.tld
# asked for a removal but the webmaster did not want to help me.
domain:beispiel2.tld
# i hate this link because it just doesn’t fit in my excellent backlink portfolio.
domain:beispiel3.tld
# although this domain is currently not available it sounds quite dangerous if you ask me.

Sobald das Disavow-File erfolgreich (und vor allem gewissenhaft) angelegt wurde, kann es auf einer speziellen Unterseite in der Google Search Console hochgeladen werden. Google weist an dieser Stelle nochmal explizit darauf hin, dass man mit dem Disavow Tool großartig minderwertige Links entwerten kann – eine komplette Entfernung der Links im Netz aber natürlich immernoch die beste Lösung wäre. Webmaster sollten sich der Macht und auch Gefahr des Disavow Tools unbedingt im Klaren sein und sich genau überlegen, ob sie aktuelle und zukünftige Links von einer Domain wirklich von Google entwertet haben möchten.

Weiterführende Informationen und Hinweise gibt es direkt bei Google.

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